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Wo stehen wir beim Klimaschutz?

Neue Energie- und Treibhausgasbilanz für das Oberallgäu

Januar 2019. Mit Energiebilanzen misst der Landkreis Oberallgäu, ob die ehrgeizigen Klimaschutzziele erreicht werden. Nach drei Jahren wurde nun eine neue Bilanz durch das Energie- und Umweltzentrum Allgäu (eza!) erstellt.

Der Weltklimagipfel Ende 2018 in Katowice und der begleitend veröffentlichte Zwischenbericht des IPCC zeigen, dass die Klimaziele des Oberallgäus genau die richtige Richtung vorgeben. Bis zum Jahr 2050 sollen 50 Prozent Energie eingespart werden und die benötigte Energie soll erneuerbar erzeugt werden, sodass 95 Prozent weniger Treibhausgase ausgestoßen werden. Den Weg dorthin beschreibt der Masterplan für 100% Klimaschutz im Oberallgäu.

Der Kreistag des Landkreises Oberallgäu hat jedoch nicht nur diese Ziele beschlossen, sondern auch ermitteln lassen, wieviel Energie erneuerbar erzeugt bzw. insgesamt verbraucht wird. Diese Zahlen lagen bislang bis zum Jahr 2014 vor. Nun wurden die Verbrauchs- und Erzeugungswerte bis zum Jahr 2016 ermittelt, für den Strombereich auch für das Jahr 2017. Die Erstellung der Bilanzen erfolgte jeweils im Rahmen von Förderprojekten, zuletzt aus dem Projekt IMEAS des Interreg Alpine-Space-Programms der EU.

Im Landkreis Oberallgäu lag der Anteil erneuerbarer Energien im Bereich Strom bei rund 49% (2017) und im Bereich Wärme bei gut 24% (2 016). Zum Vergleich lagen deren Anteile auf Bundesebene am gesamten Stromverbrauch bei 36% (2017) und an der gesamten Wärmebereitstellung bei 13% (2016, Quelle: BMWi). So gesehen steht das Oberallgäu sehr gut da, allerdings gilt es auch die selbst gesteckten Ziele zu erreichen.

Bis 2014 wurden leicht sinkende Stromverbrauchswerte verzeichnet. Seitdem steigt der Bedarf wieder. Beinahe drei Viertel des gesamten Stromverbrauchs wird durch gewerbliche Nutzer verursacht.  Mehr als die Hälfte des Strombedarfs (56%) wird bereits im Landkreis erzeugt und trägt zur regionalen Wertschöpfung bei. Allerdings hat sich die Zunahme erneuerbarer Energieträger im Strombereich seit 2012 verlangsamt. Damit ist auch das 2012 formulierte Ziel, bis 2022 rund 70 Prozent des Strombedarfs erneuerbar zu erzeugen, voraussichtlich nicht zu erreichen.

Ein Umdenken ist aber auch bei der Wärmeversorgung notwendig, der von den Oberallgäuer Haushalten zu 42% mit emissionsintensivem Heizöl gedeckt wird. Landrat Anton Klotz mahnt hier zu vorausschauendem Handeln: „Neue Ölheizungen mögen kurzfristig eine günstige Modernisierungsmöglichkeit sein. Dabei wird meist vergessen, dass die Preise stark schwanken und die Belastung des Klimas nicht eingepreist ist. Das Geld für Öl verlässt unsere Region, wohingegen erneuerbare Energien Wertschöpfung in der Region ermöglichen“. In Verbindung mit einer energetischen Sanierung kann im Anschluss häufig sogar kostenlose Umweltwärme von der Sonne, aus Luft, Boden oder Grundwasser genutzt werden. Um sich darüber zu informieren gibt es für alle Oberallgäuer die Gratis-Energieberatung und kostengünstige Beratungen zu Hause durch die Verbraucherzentrale und eza!, so Klotz.

Die Treibhausgas-Emissionen lagen 2016 mit 9,1 t CO2-Äquivalenten pro Einwohner unter dem bundesdeutschen Durchschnitt von 11,0 t CO2- Äquivalenten pro Einwohner.
Mit Blick auf die Energiebilanzen sagt Klotz: „Seit 2011 konnten die Treibhausgas- Emissionen im Landkreis um ca. 0,3% pro Jahr reduziert werden. Um die Landkreisziele beim Klimaschutz zu erreichen, muss dieser Wert in Zukunft vervielfacht  werden. Mit Klimaschutzbeauftragten, Förderung und landkreisweiten Kampagnen geben wir Impulse. Doch Klimaschutz kann keiner allein, daher zähle ich auf unsere Bürgerinnen und Bürger, auf die aktiven Vereine und zukunftsorientierten Unternehmen im Oberallgäu“.

Energiebilanz

Details

Datum: 10.01.19

Simon Steuer
Klimaschutzbeauftragter